Versteckte Bündchen nähen [Tutorial]

Wie viele Näherinnen hatte ich mir für meinen Wintermantel überlegt, dass ein verstecktes Bündchen (oder auch Windschutz oder Windfang) ein absolutes MUSS ist. Und wie ich bereits angekündigt hatte, habe ich beim Nähen der Bündchen ein paar Fotos gemacht.

Als Voraussetzung braucht man bereits fertig genähte Ärmel. Einmal den Futterärmel, der ungefähr bis zum processus styloideus ulnae (der kleine Unterarmknöchel knapp unterhalb des Handgelenks auf der Kleinfingerseits) reichen sollte und den Außenärmel, der je nach Vorlieben etwa 20cm länger sein sollte.

Zunächst fertigt man die Bündchen an (bitte selbst nachmessen, die hier angegebenen Maße sind richtig für mich, müssen es aber nicht für dich sein!). Meine sollten etwa 15 cm lang sein, dafür braucht man 2x Bündchenware, die 30cm x 23cm misst (23cm in der dehnbaren Richtung). Daraus näht man ein Bündchen, wie man es auch von Mützen oder Hosen kennt.


Nur Kurz: Das Stück Stoff wird rechts-auf-rechts halbiert gefaltet, so dass es 11,5 x 30cm misst. Dann wird entlang der langen Seite der Stoff zusammengenäht und zum Bündchen gekrempelt.

Der Futterärmel wird auf links gekrempelt (bei mir liegt hier das wattige Thinsulate als linke Seite außen) und das Bündchen IN den Ärmel gesteckt und gedehnt angenäht.

Jetzt wird es etwas denksportlich. Wie gehört der Außenmantel jetzt daran? Ich habe den Mantel einfach angezogen und den überstehenden Ärmel des Außenmantels nach innen geschlagen und am Bündchen festgesteckt. So kann einem auch kein Verdreher passieren.

Dann alles wieder umkrempeln und korrekt feststecken. Dabei steckt das Bündchen wie auf Foto Nr. 1  im Innenärmel. Innen-und Außenärmel liegen wie gespiegelt aneinander, beide mit der unschönen (=linken) Seite nach außen.

Nun wird alles zusammengenäht. Dies muss nicht elastisch genäht werden, da das Bündchen schon durch die Naht mit dem Innenärmel gedehnt wurde. Unter meiner Nadel seht ihr hier zuunterst den Außemantel, dann das Bündchen mit Innenärmel.

Fertig genäht sieht der Ärmel nun so aus.

Alles wieder zurückkrempeln –

FERTIG!

Wintermantel-Sew-along Teil 8 – Krise kriegen

Krise kriegen… bis gestern dachte ich noch – ohne mich!

Und gestern dann beim obligatorischen Samstags-nähen dieses Bild:

Ich dachte, mich trifft der Schlag! Ich habe es jetzt notdürftig enger genäht (und dabei an noch zwei anderen Stellen auch aufgerissene Nähte entdeckt…) . Die Ärmel-Nähte treffen jetzt leider nicht mehr ganz exakt aufeinander, aber wegen akuter Hysterie habe ich erstmal drauf verzichtet, das zu beheben.


Merke: „Schnell-schnell-nähen“ ist genauso verkehrt wie „Hysterie-nähen“. (siehe letzte Woche)

Als zweites machen die nachträglich eingesetzten Taschen etwas Probleme, denn man sieht die Nähte durchschimmern und mit der Nähmaschine trau ich mich da nicht ran, um nicht noch größeren Schaden anzurichten. Ich glaube, da muss ich mit der Hand nähen. Aber nur in einer ruhigen Minute. Siehe oben.

Wenn ich mir meinen Fahrplan so ansehe und ihn mit den verbleibenden Terminen des Sew-Alongs vergleiche und in Zusammenhang mit den stetig fallenden Temperaturen und der akuten Krankheitsfront der in meinem Haushalt lebenden Kinder stelle, dann bekomme ich Herzrasen, Haareraufen und hysterisches Kichern. Kann mal jemand kurz die Zeit anhalten?

Zum Schluss noch etwas Erfreuliches: Als Highlight habe ich mich diese Woche an die Ärmel mit den versteckten Bündchen gewagt. Und – ich liebe sie! Sie sind genau so geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe!

Ich habe etwas mitgeknipst und werde vermutlich Mittwoch ein paar Bilder dazu hochladen. Vorher klappt es krankheitsbedingt wahrscheinlich leider nicht.

Wer heute noch hysterisch den Mantel in die Ecke wirft, wird vermutlich Zeit zum bloggen haben.

PS: Was zum Klugscheißen… Hysterie kommt übrigens vom griechischen Wort ὑστἐρα (= hystera: „Gebärmutter“). Na danke auch.

 

Wintermantel-Sew-along Teil 7 – Futter nähen und einsetzen

Um es vorweg zu sagen… Mein Futter ist zwar schon seit letzter Woche fertig genäht, aber immer noch nicht eingesetzt.

Ich hatte ja all mein Hoffen auf den Nähkurs gesetzt. Das hat auch etwas gebracht – und zwar, dass ich mein Konzept über den Haufen geworfen habe. Was das doch ausmacht, wenn man nicht selbst wurschtelt, sondern einen Profi an der Hand hat.

  1. Der Mantel ist jetzt vorne 7cm (hinten entsprechend mehr) kürzer, dadurch ist die Glockenform aufgehoben und gefällt mir deutlich besser.
  2. Die überstehenden Zentimeter werden nicht einfach abgeschnitten, sondern als Beleg verwendet.
  3. Der Mantel ist dadurch so lang, dass mein 80cm Reißverschluss genau von oben bis unten reicht.
  4. Die Taschen sind jetzt nahtverdeckt. Die aufgesetzten Taschen haben einfach zu sehr aufgetragen.
  5. Leider meinte keiner aus dem Kurs, dass ich noch Platz hätte, den Mantel etwas enger zu nähen, damit er nicht so sackig aussieht. Das muss ich nochmal zur Diskussion bringen und von unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen.

Leider hat die weitere Zeit jedoch nicht gereicht, noch die Bündchen anzunähen und das Futter einzusetzen. Und auch mein üblicher Mantel-Näh-Tag fiel diese Woche zugunsten von Pyjamas für die Jungs flach.

Den Reißverschluss habe ich versucht zwischen zwei anderen Sachen schnell-schnell einzunähen – das hat sich bitter gerächt, als sich am Ende zeigte, dass er schief war. Habe ihn mittlerweile schon wieder halb aufgetrennt. Langsam sollte ich wissen, dass schnelles Arbeiten doppeltes Arbeiten bedeutet.

Aber nächste Woche, beim Krise kriegen, da bin ich garantiert wieder dabei – Versprochen! Mal schauen, wer den großen Schritt diese Woche bereits geschafft hat.

Wintermantel-Sew-along Teil 6 – Mantel nähen II

Der heutige Tag beim Sew-along handelt vom Annähen der Ärmel und der Entscheidung für einen Verschluss des Mantels.

Die Ärmel waren hier eher das kleinste Problem. Da der Mantel Raglan-Ärmel hat, mussten sie schon relativ früh eingesetzt werden. Und da ich für den Großen zum größten Teil Raglan-Shirts nähe (dazu diese Woche mehr), war mir diese Art Ärmel anzunähen nicht fremd. Häckchen dran!

Nun zum Verschluss des Mantels. Im Schnittmuster war leider nur die Angabe „Zubehör: Eventuell Volumenvlies, Reißverschluss, Snaps oder Knöpfe.“ zu finden. Keine Angabe zur möglichen Länge eines Reißverschlusses. Reaktion? Überforderung! Auf dem letzten Stoffmarkt habe ich dann mutig zu einem 80cm langen Ein-Wege-Reißverschluss gegriffen. Frei nach dem Motto – lieber zu lang als zu kurz. Eingenäht ist er allerdings noch nicht.

Denn noch immer kämpfe ich mit dem Mantel.

Passform: Ich erspare uns allen ein Foto von Tönnchen in Michelinmantel. Durch den Einsatz des Futters (probeweise) sitzt die Rückenpartie deutlich besser, die Vorderansicht hat sich jedoch katastrophal zum Negativen gewendet. Ich habe die Hoffnung, am Dienstag im Nähkurs Hilfe beim Abnähen zu bekommen.

Länge: Der 80er Reißverschluss ist zwar nun gekauft, aber noch nicht angenäht, falls ich die Länge des Mantels noch ändern werde. Sollte ich den Mantel hinten kürzen, Glockenform rausnehmen, so lassen? Hier nochmal der Link zum Artikel von letzter Woche, damit die Länge nochmal kurz vor Augen geführt wird.

Taschen: Den Schnitt der Tasche habe ich wie angekündigt vom ersten ausgesuchten Mantel übernommen. Hier habe ich sie auf der einen Seite mal angesteckt. Sie wirkt riesig, oder? Ich denke, ich werde sie verkleinern, so gefällt mir das nämlich nicht.

Bündchen: Da gibt es einige Tutorials, die ich studiert habe. Aber das kommt erst nächste Woche, wenn der Mantel richtig sitzt und ich die überlangen Ärmel kürzen konnte. Ich versuche dann mal mitzufotografieren, wenn ich dran denke.

Knöpfe: Und damit schließt sich der Kreis zum Anfang. In einer Knöpfe-Kiste (Haben Eure Eltern oder Großeltern auch so etwas?) habe ich einige passende herausgesucht. Nur – wohin damit? Habt ihr eine Idee?

Mehr Mäntel gibt es heute hier.

Schade, Schade, Schade…

Dass ich sehr anglophil bin (hier Bilder unserer letzten London-Reise), wird sicher der ein- oder andere bereits wissen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ich mir von Freunden, die ins Königreich fahren, immer ein paar „kulinarische Andenken“ mitbringen lasse (und jetzt nicht lachen, die gibt es wirklich!)

Da meine Schwester vor kurzem in London war, ist es nicht verwunderlich, dass ich (für zugegeben nur sehr kurze Zeit…) im Besitz einer Tafel Galaxy Chocolate war. Um mir die Freude daran etwas zu erhalten, wollte ich aus besagter Schokoladenverpackung eine kleine Tasche ähnlich diesem tollen Tutorial nähen. Ich wollte allerdings den Reißverschluss nicht oben, sondern seitlich versetzt anbringen, wie hier beschrieben.

Um es kurz zu sagen, das ist gründlich schief gegangen. Ich hätte mir vorher wohl mehr Gedanken machen sollen, warum dieses Tutorial kein Futter vorsieht.

Jetzt kann man die Tasche zwar benutzen, aber innen ist es unschön. Sehr, sehr ägerlich. Ein Foto erspare ich mir.

Gibt es eine (einfache) Möglichkeit, den Reißverschluss zu versetzen UND die Tasche zu füttern? Oder habe ich nur einen „Nähfehler“ gemacht? Und wie macht ihr das, dass das behutsam und mit Samthandschuhen behandelte Schokoladenpapier beim Wendemanöver nicht so unschön knittert?

Naja, bis mir jemand die nächste Tafel Galaxy-Schokolade mitbringt (Zaunpfahl!!), muss ich wohl diese Tasche benutzen.

PS: Ich liebe auch Twirl und flake von Cadbury`s 😉